Willkommen in der Community! Du hast einen sehr klaren und interessanten Anwendungsfall beschrieben.
Die kurze Antwort lautet: Ja, MCEBuddy (über Comskip) kann diese Übergangs-Bumper/Interstitials identifizieren und entfernen, aber du begibst dich dabei auf etwas schwieriges Terrain. Da bei deinen Quelldateien die Haupt-Werbeblöcke bereits entfernt wurden, sind die verbleibenden Interstitials isoliert, extrem kurz (normalerweise 2 bis 10 Sekunden) und liegen direkt zwischen zwei riesigen Blöcken der Sendung.
Standardmäßig ist Comskip so eingestellt, dass sehr kurze Nicht-Sendungs-Segmente ignoriert werden, da es davon ausgeht, dass ein „Werbeblock“ mindestens 30 bis 60 Sekunden lang sein muss.
Damit dies automatisch funktioniert, musst du Comskip austricksen, damit es diese kurzen Übergänge als Werbeblöcke erkennt. Hier erfährst du, wie das geht, zusammen mit ein paar alternativen Methoden, die dir möglicherweise viel Zeit sparen.
Methode 1: Der automatisierte Weg (Comskip anpassen)
Du kannst eine benutzerdefinierte comskip.ini-Datei speziell für diese Sendung erstellen.
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Öffne dein MCEBuddy-Installationsverzeichnis und suche nach dem Comskip INI Editor (
MCEBuddy\Comskip\ComskipINIEditor.exe) oder kopiere einfach die standardmäßigecomskip.iniin einen sicheren Ordner, um sie manuell zu bearbeiten. -
Ändere oder füge in deiner benutzerdefinierten
comskip.inidie folgenden Parameter hinzu:detect_bumper=1: Weist Comskip an, aktiv nach Bumpern und Übergangsbildschirmen zu suchen.min_commercial_size=2: Verringert die Mindestdauer eines einzelnen Werbeschnitts (in Sekunden), sodass Comskip einen 3-Sekunden-Übergang markieren kann.min_commercialbreak_length=2: Verringert die Mindestdauer eines „Werbeblocks“, damit ein isolierter 3-Sekunden-Übergang nicht als zu kurz ignoriert wird.min_show_segment_length=120: (Das ist der Trick!) Standardmäßig denkt Comskip: „Hey, ich sehe schwarze Frames, aber dieses 5-Sekunden-Segment dazwischen ist zu kurz für einen Werbeblock, also muss es ein winziges Segment der Sendung sein.“ Indem du diesen Wert auf 120 Sekunden festlegst, teilst du Comskip mit, dass kein Sendungssegment kürzer als 2 Minuten sein darf. Jedes isolierte Segment, das kürzer als 2 Minuten ist (wie deine Interstitials), wird automatisch als Werbung/Bumper klassifiziert und herausgeschnitten.detect_method=255: Aktiviert alle Erkennungsmethoden (schwarze Frames, Logoänderungen, Szenenübergänge), um Comskip die bestmögliche Chance zu geben, die Grenzen der Übergangskarten zu finden.
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Gehe in MCEBuddy zu deiner Konvertierungsaufgabe → klicke auf Experteneinstellungen → und verweise unter Comskip INI auf deine neu angepasste
comskip.ini-Datei. (Weitere Einzelheiten dazu findest du in unserer Anleitung zum Thema Tuning Comskip and Custom Comskip INI’s).
Methode 2: Der halbmanuelle Weg (MCEBuddy Custom Cuts)
Wenn die automatische Erkennung von Comskip nicht framegenau genug ist (was bei kniffligen Übergängen passieren kann), kannst du das integrierte Custom Cuts-Tool von MCEBuddy verwenden.
- Öffne das Video in der Custom Cuts-Anwendung (in deinem MCEBuddy-Ordner enthalten).
- Spiele die Datei ab und markiere manuell den Anfang und das Ende jedes Übergangs-Interstitials.
- Speichere deine Schnitte. Dies generiert eine
.edl(Edit Decision List)-Datei im selben Ordner. - Wenn MCEBuddy das Video verarbeitet, liest es diese EDL-Datei und schneidet diese exakten Frames mit 100-prozentiger Präzision heraus. (Du kannst in dieser EDL/XML Files-Diskussion mehr darüber lesen, wie diese Dateien funktionieren).
Methode 3: Der „einfachste“ Weg (Untertitel direkt anpassen)
Da dein ultimatives Ziel darin besteht, die Untertitel aufeinander abzustimmen, ist es möglicherweise deutlich schneller und weniger zerstörerisch, die Untertiteldateien direkt anzupassen, anstatt zu versuchen, das Video zu schneiden.
Da Videoschnitte oft an Keyframes (I-Frames) gebunden sind, kann das Schneiden des Videos manchmal einen winzigen Audio-Synchronisationsfehler oder ein visuelles Ruckeln am Schnittpunkt verursachen. Das Verschieben von Untertiteln ist hingegen völlig zerstörungsfrei und framegenau.
Du kannst dies ganz einfach in etwa 2 Minuten pro Folge mit einem kostenlosen Open-Source-Tool wie Subtitle Edit erledigen:
- Öffne deine Videodatei und die englische Untertiteldatei in Subtitle Edit.
- Finde die erste Werbeunterbrechung im Video. Bestimme die genaue Dauer des Übergangs-Interstitials (z. B. 5,4 Sekunden).
- Wähle die erste Untertitelzeile nach diesem Übergang aus, klicke mit der rechten Maustaste und wähle Auswahl von hier bis zum Ende (oder drücke
Strg+Umschalt+Unten). - Gehe zu Synchronisation → Alle Zeiten anpassen (oder verwende das Tastenkürzel
Strg+Umschalt+Y) und füge eine Verzögerung von+00:00:05.400(oder was auch immer die exakte Dauer war) zu den ausgewählten Zeilen hinzu. - Wiederhole diesen einfachen Vorgang für die restlichen 3 oder 4 Werbeunterbrechungen in der Folge.
Am Ende der Datei sind deine Untertitel perfekt auf das Frame genau synchronisiert, und du musstest das Video nicht neu encodieren oder visuelle Störungen in deinem archivierten Video riskieren!
Wenn du beim Videobearbeitungsweg bleiben möchtest, probiere zuerst die Tipps zur Comskip INI-Optimierung in Methode 1, da dies deine beste Chance ist, den Vorgang über mehrere Episoden hinweg zu automatisieren. Lass uns wissen, wie es läuft!